Porträtierte
Objekte

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster

Das LWL-Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte in Münster ermöglicht mit seinen Sammlungen dem Besucher eine Zeitreise durch 1000 Jahre abendländischer Kunst- und Kulturgeschichte. Schwerpunkte in der Sammlung sind die Kunst des Mittelalters und die Kunst der Moderne.
Hervorgegangen ist das Museum aus den Sammlungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (gegründet 1825) und des Westfälischen Kunstvereins (gegründet. 1831). Mit der Eröffnung des heutigen Altbaus im Jahre 1908 konnte ein Museum bezogen werden, das nach den Teilzerstörungen des 2. Weltkrieges 1972 einen Neubau erhielt, der nach seinem Abriss im Jahr 2009 wiederum einem weiteren Neubau weichen wird.
Aufgrund des Um- und Neubaus des Museums (bis 2014) sind in der derzeitigen Dauerausstellung "Aufgemischt" nur rund 50 Werke der insgesamt über 500.000 Objekte zu sehen, die zu den Beständen gehören.
Nben der in der Schausammlung präsentierten Portraits besitzt das Museum einen großen Bestand an graphischen Bildnissen von der Frühen Neuzeit bis zum 21. Jahrhundert, die auf mehrere Abteilungen verteilt sind, u. a. in der Landesgeschichte Westfalens und dem Portraitarchiv Diepenbroick.
Im Bereich der Landesgeschichte sind diejenigen Personen konsequent gesammelt, die eng mit der westfälischen Geschichte verknüpft sind. Die Sammlung beläuft sich auf ca. 4000 Blätter.

Das ca. 120.000 Blätter umfassende Portraitarchiv Diepenbroick ist die Frucht eines lebenslangen Sammelns graphischer Portraits. Der Antiquar Freiherr Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grueter (1902-1980), der das Archiv nach dem 2. Weltkrieg aufbaute, vermachte es 1980 testamentarisch dem LWL-Landesmuseum.

Von der Größe her gehört das nach dem Stifter sogenannte Portraitarchiv Diepenbroick (PAD) zu den großen Portraitsammlungen in Europa. Lediglich die großen Kupferstichkabinette wie etwa in London, Paris und Wien weisen größere Bestände auf.

Das PAD enthält Bildnisse mit Darstellungen von Frauen, Männern und Kindern von der Antike bis ins 20. Jahrhundert. Neben den Akteuren der Geschichte, den Adligen, dem Klerus, den Schriftstellern, Künstlern, Politikern, Theologen und Naturforschern gibt es aber auch Portraits weniger bekannter Personen, wie dem Metzgermeister in Nürnberg der Spätrenaissance. Der Bestand an graphischen Blättern reicht zeitlich von den Anfängen der druckgraphischen Techniken im 15. Jahrhundert bis hin zum 20. Jahrhundert.

Alle Techniken wie Holzschnitt, Kupferstich, Radierung, Mezzotinto, Lithographie, Holzstich u. a. sind vertreten. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf dem 17. und 18. Jahrhundert, wobei neben Deutschland Frankreich, England und die Niederlande stark mit Bildnissen vertreten sind.

Entgegen den meisten Kupferstichkabinetten ist das Portraitarchiv Diepenbroick – ebenso wie die landesgeschichtliche Portraitsammlung - alphabetisch nach Personen und Dynastien in fünf verschiedenen Formaten gegliedert, so dass eine Suche nach Personennamen möglich ist.

Inhaltlich hat das Portraitarchiv Diepenbroick einen enzyklopädischen Charakter: Der Sammler war bemüht, Personen aus den unterschiedlichsten Berufen und Schichten zu sammeln. Voraussetzung hierfür war, dass die betreffende Person historisch nachweisbar war. Künstlerische Portraits, die nicht einer bestimmten Person zuzuordnen sind, fanden keine Berücksichtigung. Dabei legte Freiherr von Diepenbroick großen Wert darauf, von einer Person möglichst viele Portraitdarstellungen zu erwerben. Bei den einzelnen Abzügen berücksichtigte er auch unterschiedliche Druckzustände, Varianten und Kopien.

Neben den Einzelblättern gibt es im PAD ca. 200 Bücher mit graphischen Bildnissen von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert, darunter Inkunabeln zur europäischen Portraitgeschichte. Ferner besitzt das Archiv eine umfangreiche Handbibliothek mit Sekundärliteratur zur Geschichte des Portraits sowie verschiedene Nationalbiographien, Lexika, Matrikelsammlungen etc. für die Recherche einzelner Personen.